Über mich

Ich wurde im April 1967 in Wolfenbüttel (Niedersachsen) geboren und lebe seit 1992 in
Bergisch Gladbach (Nordrhein-Westfalen). 

 

Im Hauptberuf: EDV-Dozent, Pädagoge und Jobcoach. In der Erwachsenenbildung hatte ich im Mai 2022 mein zwanzigjähriges "Bühnenjubiläum". Allerdings habe ich schon ab 1995 Inhouse-Schulungen bei meinem damaligen Arbeitgeber abgehalten, wenn Programme und Arbeitsabläufe sich veränderten. In der EDV-Administration bin ich bereits seit meinem Umzug in das Rheinland beruflich verortet.

Aktuell arbeite ich als Wirtschaftscoach in einem geförderten Projekt und begleite Selbständige im aufstockenden Leistungsbezug ALG II. Soziale Arbeit ist dabei jedoch faktisch immer ein Schwerpunktthema, da die Kunden zumeist multiple Problemlagen aufzeigen, die oftmals sehr deutlich über Kernthemen der Erwerbsbiographie hinausgehen. Am Einrichtungsstandort in Köln zeichne ich dabei als zertifizierte IT-Fachkraft ebenfalls für die dortige EDV-Infrastruktur verantwortlich. Zusätzlich bin ich auch systemischer Coach, gepr. QM-Berater (DIN EN ISO 9001:2015; CERTQUA) und qualifizierter Datenschutzbeauftragter - letzteres eine Expertise, die eben durch die DSGVO seit Mai 2018 vermehrt benötigt wird. Irgendwie komme ich aus dem stetigen Lernen auch nicht wirklich heraus. Aber wie könnten auch die Alternativen aussehen? Ich denke, es ist schon ganz gut so, wie es eben ist.

 

„Man kann einen Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken.“
-Galileo Galilei

 

 

Freizeit

 

In den 80. Jahren erste Kontakte mit der -damals noch analogen- Fotografie.

 

Eine spezielle Vorliebe in der Fotografie habe ich bislang nicht (eine kleine Auswahl meiner Arbeiten gibt es hier). Vielmehr sind meine Arbeiten als Momentaufnahmen zu verstehen, die dem Betrachter die Einzigartigkeit und Schönheit des vergänglichen Augenblicks vermitteln wollen. Zusätzlich zur Fotografie beschäftigte ich mich auch mit anderen Werkstoffen, beispielsweise der Gestaltung von Mixed-Media auf Leinwand. Werkstoffe: Acryl, Pastellkreide und mehr.

 

Meine Arbeiten wurden bereits mehrfach ausgestellt und befinden sich in privaten Sammlungen und Geschäftsräumen in Deutschland und Österreich.

 


„Das Kunstwerk ist eine imaginäre Insel, die rings von Wirklichkeit umbrandet ist.“
-José Ortega Y Gasset

 

 

Glaubenssätze, Beobachtungen und Ausblicke

 

Tja, bis zum Ruhestand gehen noch ein paar Jahre ins Land und doch will das frühzeitig geplant sein. Was also machen?

 

Sicher, ich könnte mich einem Fußballverein als Fan andienen, die „BILD“ als unabhängige Tageszeitung wahrnehmen und schätzen lernen oder mir ein Fahrzeug als Fetisch zulegen. Die erwähnten Möglichkeiten sind meiner Meinung nach jedoch bestenfalls kurze Stimuli - die ohne Frage selbstverständlich den Einzelnen teilweise längerfristiger begeistern können. Wozu braucht man auch Persönlichkeit, wenn man einen Roadster oder SUV haben kann? An der Stelle kann das Überdenken von vermeintlich eigenen Ansprüchen, Glaubensätzen und Überzeugungen sehr hilfreich sein. Vermeintlich deshalb, da zuvor erwähnte Glaubenssätze ihren Ursprung zwar regelmäßig in früher Kindheit haben, häufig aber eine negative Strahlkraft selbst bis ins hohe Erwachsenenalter entfalten –zumindest, wenn das nicht bewusst kritisch hinterfragt wird. 

 

"Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung."
-Erich Fromm

 

Aus beruflicher Praxis kann ich sagen, destruktive Glaubenssätze manifestieren sich gerne nachhaltig über Feindbilder, häufig auch im Konsum als Ersatz für emotionale Bindung. Selbst den vermeintlichen „Partner“ degradiert man darüber zum Be- und Versorger, den es bestenfalls über einen begrenzten Zeitraum zwecks Bedürfniserfüllung zu ertragen gilt. Zumeist hat man als Kind derartiges Verhalten gegenüber seinen Mitmenschen bereits „mit der Muttermilch“ einverleibt und als Normalität vorgelebt bekommen. Die Erzeuger haben doch nach Ehe, Pflichtkind und letztlich Scheidung „die neue Freiheit“ -meist im nachgelagerten Verlauf ebenfalls ohne erfüllende und dauerhafte Bindung- für sich entdecken dürfen und besagtes Pflichtkind durch Teilhabe an merkwürdigen Wert- und Moralvorstellungen beständig negativ geprägt, charakterlich nachhaltig geschädigt und final dadurch zumeist emotional kastriert. Diese ungesunde Melange noch gewürzt mit der Hybris einer uneingeschränkten Deutungshoheit und vermeintlich eigenen Unfehlbarkeit: der emotional verkümmerte, ewige Säugling ist komplettiert. Ich bin in Summe erleichtert, wenn aus beschriebenen Konstellationen keine weiteren Nachkommen erwachsen und der ungesunde Kreislauf an der Stelle somit durchbrochen werden kann.

 

"Wir leben in einer Welt, in der Beerdigungen wichtiger sind als der Verstorbene,

die Ehe wichtiger ist als Liebe, das Aussehen wichtiger ist als

die Seele. Wir leben in einer Verpackungskultur, die Inhalte verachtet."

-Sir Anthony Hopkins

 

Für den aus solch toxisch-pathogenen Umfeld entsprungenem Menschen bleibt es selbstredend in der Folge nachhaltig problematisch, denn die fortwährende Suche nach dem nächsten Reiz, dem zukünftigen Ex-Partner, dem nächsten Stimulus zwecks Vervollständigung des Selbst ist demnach Ausdruck einer schon sehr früh, sehr tief entwurzelten Seele ohne echtes, tiefgehendes Gefühl, ohne langfristiges Bindungsvermögen, ohne Bereitschaft zu echter Beziehungsarbeit und ohne auf echter Partnerschaft ausgerichtetem Konsens. Genügt also der erwählte Lebensabschnittspartner den letztlich kaum zu befriedigenden Ansprüchen nicht (mehr), so wird er, einer unliebsamen Ware gleich, ausgetauscht, entsorgt und zur Persona non grata erklärt. Warum sollte man auch die Anstrengung unternehmen und sich mit den Begriffen Kritisierbarkeit, Kritikfähigkeit und Kompromissbereitschaft lange auseinandersetzen? Schließlich wartet um die Ecke schon die nächste Trophäe, der nächste Kick in Form eines willfährigen Erfüllungsgehilfen. Dabei hat dann auch ein ggf. geleistetes Ehegelübde mithin nur Alibicharakter und ist eben darum so oft das Papier nicht wert, auf dem es besiegelt wurde (man könnte die Ehe insofern auch lediglich Absichtserklärung nennen). Das so kaum etwas geschaffen werden kann, was Begriffe wie Beständigkeit und Vertrauen auch nur im Ansatz verdienen könnte, braucht tatsächlich nicht extra erwähnt werden. Um das zu ändern, muss man seine blinden Flecken kennen und auch die Bereitschaft haben daran zu arbeiten. Das ist sicher regelmäßig unbequem, muss man doch zumeist über seinen Schatten springen und das Kabinett der Eitelkeiten verlassen. Weil das aber auch Arbeit bedeutet -und ggf. schmerzhaft sein kann-, substituiert man emotionale Defizite mit einem dünnen Firnis aus oberflächlichen, schnelllebigen Vergnügungen und Statussymbolen, da das eine einfache, schnelle Befriedigung verspricht. Klassischerweise handelt es sich jedoch lediglich um Verdrängung, nicht aber um tatsächliche Aufarbeitung des konstant vorhandenen, negativen Grundrauschens aus zumeist frühkindlicher Prägung. 

 

"Worte sind Fenster oder sie sind Mauern"

-Ruth Bebermayer

 

Nun kann es wohl tröstlich sein, wenn sich im Giftschrank der eigenen Eitelkeiten und Schwächen immer noch ein wenig Platz für seine Lebenslügen in den untersten, muffig-modrigen Regalen findet. Man kann jedenfalls nur hoffen, dort ist genug Platz. Nötigenfalls kann man sich aber auch mit simplen Kerben im Bettpfosten helfen. Das hilft eventuell die gröbste Übersicht über die zahllosen, oberflächlichen Amourositäten zu behalten. In der Regel ist hier mit Coaching auch nicht mehr zu arbeiten und es empfiehlt sich eine therapeutische Aufarbeitung. Bei einem klassischen Coaching geht es ja immer um Progression und ist insofern stets auf die Zukunft ausgerichtet. Therapeutische Ansätze versuchen indes vergangene Erlebnisse aufzuarbeiten und dem Betroffenen Werkzeuge zur Bewältigung des Erlebten zugänglich zu machen.

 

Tatsächlich könnte das Beschriebene als Dramaturgie für ein spannendes, aber leider in Summe auch sehr, sehr trauriges Theaterstück herhalten. Wie bereits erwähnt erlebe ich in der Beratungspraxis beinahe täglich, was für eine zerstörerische Macht früh installierte, destruktive Glaubenssätze haben können. Allein; am Ende des Tages kann nur Selbstreflexion und damit das Aufarbeiten der Eigen- und Fremdanteile in diesem Spiel im besten Fall den „Knoten“ lösen, um sich schlussendlich zur vollen Größe aufzurichten zu können. 

 

Abschließend kann ich mir mithin auch mit äußerstem Wohlwollen nicht vorstellen, zu Anfang genannte Beschäftigungen könnten für mich nachhaltig erfüllend sein, wobei das eben auf die eigenen Bedürfnisse ankommt. Ich denke, für mich muss ich also noch ein wenig schauen.

 

Wer Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen findet, darf obige Einlassung(en) gerne für sich kritisch durchdenken und aus den Schilderungen im Idealfall Rückschlüsse für die eigene Charakterbildung ableiten!

 

 

„Wer bin ich, wenn ich bin, was ich habe, und dann verliere, was ich habe?“

-Erich Fromm

 

-T. Steinmann